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YAMAHA

SY 55 / pol syn 2700 (1989)

Der SY 55 ist quasi ein AFM-loser SY 77, weist jedoch noch weitaus mehr Abstriche zu diesem Synthesizer auf. So ist das Wellenform-ROM mit lediglich zwei MByte bestückt (= 74 Wellenformen), was angesichts einer KORG M 1 mit vier MByte ROM recht wenig erscheint. Andererseits bot der im gleichen Jahr vorgestellte ENSONIQ VFX noch weniger ROM-Speicher. Es ist aber beim SY 55 möglich, weiterer Wellenformen über den speziell hierfür vorgesehenen Schacht einzulesen, was den SY 55 zunächst klanglich flexibler macht. An klanglichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten bietet der SY 55 zwei in Reihe geschaltete resonanzfähige Digitalfilter, welche sowohl als Tiefpass, wie auch als Hoch- und Bandpass konfiguriert werden können. Für die Filter (gemeinsam) und die Lautstärke stehen jeweils eine fünfstufige Hüllkurve zur Verfügung, für die Tonhöhe zudem eine weitere allerdings nur vierstufige Hüllkurve. Der LFO mit den Wellenformen Dreieck, Sägezahn, Sinus, Rechteck und Random (Zufall) kann sowohl auf die Tonhöhe, als auch auf das Filter und die Lautstärke geroutet werden und ist in seinem Einsatz verzögerbar (Delay). Insgesamt sind die Modulationsmöglichkeiten recht vielfältig, da die Zuordnung nahezu frei bestimmbar ist. Der 16-stimmige SY 55 bietet zudem ein Multieffektprozessor mit Hall-, Echo-, Doubling- und Verzerrungseffekten. Im ROM befinden sich 64 Programme und 16 Performances, welche zusätzlich auch noch einmal als RAM-Programme und -Performances zur Verfügung stehen. Das 16-fach multitimbrale Gerät bietet im Multimodus eine feste Zuordnung auf die sechzehn möglichen MIDI-Kanäle. Zwar können Panorama-Einstellungen vorgenommen werden, jedoch aufgrund der starren MIDI-Kanal-Zuordnung nicht gemeinsam auf einem Kanal zur Verbreiterung des Stereobildes gelegt werden, wolle man einen identischen Sound mit extremer Panoramaanordnung ganz rechts und einmal ganz links gemeinsam erklingen lassen. Ausserdem ist ein Achtspursequenzer im SY 55 eingebaut, welcher sich jedoch wegen des kleinen 2 x 16-Zeichen Displays nur schwer bedienen lässt. Dies ist jedoch immer relativ zu sehen, denn mit ist z.B. das Arbeiten mit dem QX 5 FD aus gleichem Hause mit ebenfalls nur einer so kleinen Anzeige durchaus leicht gefallen. Ob diese Sequenzer in irgendeiner Weise Parallelen aufweisen, ist mir jedoch nicht bekannt. Insgesamt handelt es sich beim SY 55 um einfache Workstation mit allen wesentlichen Funktionen und Möglichkeiten. Allerdings fehlt es diesem Synthesizer an eigenem Charakter, so dass eigenständige Klänge kaum ausgemacht werden können.

TG 55 / pol syn exp 1350 (1989)

Expander des SY 55 mit zwar nur zwei MByte ROM, aber überraschend gutem Klang. Die Effektprozessoren sind eigentlich die gleichen, wie auch im SY 77, scheinen aber (subjektiv betrachtet) besser zu klingen.

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