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Die Bilder auf dieser Seite zeigen das Secret-Voices-Studio im Sommer 2001. Weitere Bilder vom Studio gibt es in der Galerie.

SVS-Logo Auch der Autor von Synrise - also ich - fing ursprünglich mit dem reinen Musikmachen an. Anno 1985 startete ich nur mit einem Korg MS-20, der solo zu einer Kirchenorgel gespielt wurde. Damals war es noch so, dass ein Synthesizer ein exklusives Instrument war und sich nicht jeder "Normalmusiker" etwas darunter vorstellen konnte, wenngleich der Siegeszug im Pro-Bereich angetreten wurde - nicht zuletzt durch das Erscheinen vom Yamaha DX7 zwei Jahre zuvor. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in einem Oldenburger Musikfachgeschäft ehrfürchtig der Vorführung eines DX7 lauschte. Nie hätte ich mir vorstellen könne, jemals diesen Synthesizer besitzen zu können. Zu jener Zeit war es auch noch gar nicht das Thema, überhaupt mal einen Synthesizer zu haben (es war noch 1984), denn man vergisst nur allzu leicht, das 2000 DM damals und 1000 € heute eine ganz andere Kaufkraft darstellen. Seinerzeit hätte ich für den DX7 drei Monate lang arbeiten müssen, heute bekommt man für die gleiche Zeit schon ein absolutes HighTech-Teil (was damals beispielsweise ein PPG Wave 2.3 war).

SVS-Studio-Rack: Roland MV-30, Yamaha TG300, drei Eigenbauten, Behringer Virtualizer, Sony DTC-ZE700, 10-Kanal-Mischer, Alpine AL-35 Auch war es damals nicht üblich, mit Verzückung zu reagieren, wenn man einen analogen Synthesizer mit reichlich Knöpfen vor sich hatte. Ganz im Gegenteil, denn man suchte nach einem Argument, seinen "analogen" Synthie "digital" zu machen. War es ein Poly-800 mit digitaler Bedienoberfläche, so war man sich gar nicht mehr so sicher, ob das denn nun wirklich noch ein Analogsynthesizer ist (zumal die Einführung der DCOs anfangs ebenfalls verwirrte). War dann der DW-8000 eher ein digitaler oder ein analoger Synthesizer? Die Wellenformen sind tatsächlich resynthetisierte ROM-Wellen, die Nachbearbeitung blieb analog und selbst Peter Forrest hat in seinen Büchern A-Z of Analogue Synthesisers den DW-8000 zu den hybriden und eher digitalen Synthesizern gezählt. Es war also absolutes Muss, einen digitalen Synthesizer zu besitzen. Kaum zu glauben, dass ich dann 1987 einen Yamaha TX81Z geradezu gierig neu kaufte (heute gibt es den gebraucht für nur noch einen Bruchteil des damaligen Preises). Und man stelle sich vor, dass sich dann meine Besucher eher auf den TX81Z stürzten, als auf den MS-20, den ich ganz nett fand, dessen hohen Gebrauchtpreise heute angesichts der Möglichkeiten und des Grundklanges ich aber kaum nachvollziehen kann. Ich hätte sogar eine Roland MC-202 günstig für 198,- DM kaufen können, ließ es aber - war ja analog. Und heute? Verrückte Welt.

Kurzweil K2000S Weiter ging es dann mit einer ganzen Reihe von Synthesizern und ab und an auch mal einen Sampler, wie z.B. den Akai S612 samt dem Diskettenlaufwerk MD280 und den hundsgemein teuren 2,8"-Quickdisks (Stückpreis: 10,- DM!!). Ich habe damals also für ca. 40 dieser Disketten soviel Geld ausgegeben, wie man heute für eine teure 2 TByte-Festplatte ausgibt - 40 Disketten fassen zusammen ganze fünf MByte. Dafür war Sampling seinerzeit einfach und es ließen sich schnell Ergebnisse erzielen. Auch war man mehr mit dem Sampeln irrwitziger Geräusche beschäftigt, als das perfekte Stereo-Grand-Piano ins RAM zu schaufeln. Alles war noch improvisierter und damit auch kreativer. Ich erinnere mich noch gut, wie ich den Poly-800 über die Audioeingänge des MS-20 einschleifte, um sie mit einer LFO-modulierten Filterung zu versehen, was einen Phaser-ähnlichen Effekt ergab. Was so im Verlauf dieser Jahre von mir ausprobiert und gespielt wurde, findet sich in dieser Liste wieder: Liste benutzter Instrumente.

Korg Wavestation EX und Yamaha CS1x Es war immer der Versuch, bei all den benutzten Instrumenten eine Zusammenstellung von Instrumenten zu finden, die ich dauerhaft einzusetzen gedenke. Dabei war der MS-20 nur deshalb so lange im Einsatz, weil es mein erster Synthesizer war. Klanglich hätte ich ihn auch schon viel früher abstoßen können. Er stand sogar fast zwei Jahre als Deko auf meinem Wohnzimmerschrank. Aber als dann die Gebrauchtpreise den Zenith zu übersteigen drohten, konnte ich nicht mehr anders und verkaufte ihn elf Jahre später doch tatsächlich noch mit Gewinn (450 DM gekauft und 500 DM verkauft - hätte noch etwas länger warten sollen). Es gab aber auch Synthesizer, die ich sehr mochte, aber aus unterschiedlichen Beweggründen verkaufte. Da war der Roland Juno-60, den ich nur mangelns MIDI-Schnittstelle verkaufte. Kaum war er weg, hätte ich natürlich ein MD-8-Interface günstig bekommen können. Das war sehr ärgerlich. Der SCI Pro-One ließ sich zwar mit dem Doepfer MCV1 sehr einfach ins MIDI-Setup integrieren und funktonierte auch sehr gut, nur konnte ich einfach nicht akzeptieren, dass diese eine Stimme soviel Geld binden sollte. Über 1000 DM (incl. Interface) war mir das dann einfach nicht mehr wert. Heute ärgere ich mich auch darüber, denn das Teil hatte es wirklich in sich. Ein weiterer Liebling war auch der DW-8000, der tolle Klänge liefert, eine prima Tastatur hat (für meine Ansprüche) und dem ich auch noch Yamaha QX5FD einen Analogeingang für das Digital-Delay verpassen ließ.

Aber ich war einfach der Meinung, es müsste damals einfach mal wieder was Neues her. Und warum das so ist, weiß ich auch nicht, aber die Korg M1 stellte für mich immer den Wendepunkt in der Art des Synthesizerbaus dar. Die erste namentlich bezeichnete Workstation. Das "stylish outfit" der M1 mochte ich auch sehr, ja mag es sogar heute noch (im Gegensatz zum Design der 01/W-Serie) und würde mir gerne noch mal eine hinstellen wollen. Damals hatte ich sowohl die M1 als auch die M1R, die ich verkaufen wollte. Leider fand sich nur für die Tastatur-Version ein Käufer und so musste ich mich schon wieder von diesem Keyboard trennen. Noch später ging dann auch die M1R weg, die ich heute bei vielen Standard-Klängen schmerzlich vermisse. Synthesizerpuristen würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber die M1 hat noch den Charme der nicht perfekten Samples und folglich einen doch noch recht eigenständigen Klangcharakter.

Roland JD-800 Und so begab es sich schließlich doch noch, dass ich eine Konfiguration zusammen bekam, die mich nun schon eine ganze Weile ohne Veränderungen begleitet: Korg Wavestation EX, Yamaha CS1x (mit Unterbrechung), Roland JD-800 und Kurzweil K2000S, ergänzt durch meistens vakante Tonerzeuger, die ich gerne nochmal mit anderen tauschen möchte. Neuestes Highlight ist aber der Yamaha MOXF6 mit 1 GByte Flash-Board. Da kommt erstmals Zweifel auf, ob meine drei Favoriten nicht doch so Roland MV-30 Studio M langsam ausgedient haben könnten. Aber ich zögere noch. Ferner unverzichtbar wurden für mich der Yamaha-Sequenzer QX5FD (angefangen hatte ich mit einem QX5, kurze Zeit dann ein QX3 und schließlich den QX5FD) und der MIDI-Mischer Kawai MM-16. Aber auch da will ich mich langsam an Cubase heranwagen (unfassbar - macht Musik ohne Rechner - wie geht das nur!?). OK, bin halt Old-School (siehe Bild von mir - ist auch old school, der Kerl ;-).

Die hier eingestreuten Bilder zeigen die Synrise-Zentrale damals noch in Schortens samt Instrumente (man bedenke, dass Synrise in diesem Raum geschrieben wurde, nahezu das komplette Synrise-Archiv beherbergt und auch noch die Schnittstelle ins Internet darstellt. Und das damals auf ca. sieben Quadratmetern.


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